Ein Reiseblog über ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und außergewöhnliche Orte

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Was ist „Schlafen und Staunen“?

Ein Reiseblog über außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir wollen Deutschland und die Welt entdecken und an Orten übernachten, die einfach ganz besonders sind. – Ungewöhnlich, spektakulär und wunderschön!

„Schlafen und Staunen“ gibt es auch auf Facebook und Pinterest.

Warder: Frühlingsgrüße aus der Arche

Warder: Frühlingsgrüße aus der Arche

Auch Schweine können grinsen (Copyright: Axel Martens)

Auch Schweine können grinsen
(Copyright: Axel Martens)

Ich hatte nicht gewusst, dass Schweine grinsen können. Irgendwie sehen sie auch ganz anders aus als diese normalen rosa Stallschweine. So robust und drahtig. „Turopolje-Schwein“ steht auf dem Schild neben der Sau. Die ist knuffelig und puschelig und dickbäuchig und kann ganz toll schwimmen. Und sogar tauchen. Denn die aus Kroatien stammenden Hausschweine lebten ursprünglich in den Save-Auen und passten sich dieser Umgebung an. Sie sind eine von mehr als 80 Tierrassen im Tierpark Arche Warder, einem rund 40 Hektar großen Areal zwischen Wardersee und Brahmsee, auf dem rund 1000 Tiere leben. Zahlreiche der alten Haustierrassen sind heute vom Aussterben bedroht. 

Viele der Tiere sehen nicht so aus, wie unsere modernen und auf Effektivität gezüchteten Hochleistungs-Haustiere. Da sind die Fjällrinder und die Murnau-Werdenfelser-Rinder mit ihren Puschellöckchen. Die wolligen schottischen Hochlandrinder. Strubbelige Tiroler Steinschafe, ungarische Zackelschafe mit lustig geschwungenen Korkenzieherhörnern, Rauhwollige Pommernschafe, seltene Schwedische Linderöd-Schweine, Thüringer Waldziegen oder Angler Sattelschweine. Heute sind es eher Liebhaber, die solche Rassen noch züchten.

Flauschige Ohren (Copyright: Axel Martens)

Flauschige Ohren (Copyright: Axel Martens)

Wir nehmen uns einen kleinen Bollerwagen und ziehen los. An einer aufgeregt schimpfenden Gans vorbei, dann einen Hügel hinaus und über eine Anhöhe hinüber zu den Schafen. An manchen Ecken liegen noch Schneereste. Darauf scheint warm und wunderbar die Frühlingssonne. Wir fotografieren uns gegenseitig, schauen in kleine Hütten und einen steinernen Wall, in dem sich die Schafe unterstellen können. Dann laufen wir die Wiese entlang zum Steinzeit-Dorf. Eine richtig gute Idee des „Arche Warder“-Teams. Eine Steinzeitsiedlung, in der Geschichte lebendig wird und die helfen soll zu verstehen, dass unsere gesamte heutige Kultur auf der Landwirtschaft basiert.

Im Steinzeitdorf

Im Steinzeitdorf

Wir gehen durch die Häuser. Mein kleines Mädchen entdeckt alte Vasen und Töpfe, merkwürdige Inneneinrichtungen, fühlt in einer Hütte den blätternden Lehm und schaut in eine runde Kammer, die um 3200 v. Chr. als Kühlschrank gedient haben mag. Wir klettern auf einen Aussichtsturm, der eine Art Hochsitz sein soll. Wir sehen endlos erscheinende Weiden. Und wir sehen ein paar junge Leute, die Zäune reparieren und alles schön machen – für den Sommer.

Der Hahn im Korb

Der Hahn im Korb

Gemeinsam schauen wir auf die Karten, die überall zur besseren Orientierung aufgestellt sind. „Wir müssen da lang“, sagt meine Tochter und zeigt einen schmalen Pfad hinunter. Tatsächlich sehen wir schon nach wenigen Metern die Spiel- und Kletterarche an der Grillwiese. Davorwerden wir freundlich gackernd begrüßt. Drei Hühner und ein aufgeregter Hahn kommen zu uns. Ganz zahm, fast wie buschige Schoßhunde, die uns zeigen wollen, wo sie wohnen. Dann entdecken sie unser Tierfutter, das wir am Eingang gekauft haben – und machen sich fröhlich pickend darüber her. Ein Pfau steht etwas abseits und schaut ihnen zu. „Der mag lieber Pommes“, erzählt uns später eine Frau im Restaurant. „Die darf er natürlich nicht essen, aber er versucht es immer wieder, vor allem wenn Besucher draußen sitzen.“

Wir sitzen lieber drinnen. Essen Spaghetti mit Tomatensauce. Und Kartoffelecken, ganz kross und mit einer großen Portion Sauercreme. Zuletzt schauen wir noch einmal bei den Tauchschweinen vorbei. Sie haben sich hinter einem kleinen Wall versteckt und schlafen in der Sonne. Bei unserem nächsten Besuch wollen wir ihnen Äpfel ins Wasser werfen und ihnen zusehen, wie sie danach tauchen.

 

Linktipps

Alles über die Arche Warder, ihre Tiere und Angebote gibt es hier!

Unbedingt machen

Mit dem Bollerwagen einmal um die ganze Arche. Einfach genießen, gucken – und staunen.

In der Steinzeitsiedlung jede Ecke erkunden.

Die süßen Esel streicheln.

Kleines graues-Eselchen (Copyright: Axel Martens)

Kleines graues-Eselchen (Copyright: Axel Martens)

Rast und Ruhe:

In der Farmküche gibt es eine kleine, feine Speisekarte.

 

Ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe:

Man kann gleich in der Arche Warder übernachten. Dass das ein echtes Abenteuer sein kann, haben wir erlebt und erzählen in „In Koffern, Katen und Kojen“ ausführlich davon.

 

 

TIERPARK ARCHE WARDER

 Langwedeler Weg 11, 24646 Warder
 Zentrale: 0 43 29 / 91 34-0
 E-Mail: info@arche-warder.de

ANREISE MIT DEM PKW

Sie erreichen den Tierpark in 20 Minuten von Kiel und in 50 Minuten von Hamburg. ROUTE BERECHNEN

ANREISE MIT BAHN & BUS / FAHRRAD

Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arche ist möglich, jedoch nichts für ÖPNV-Neulinge.

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