Ein Reiseblog über ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und außergewöhnliche Orte

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Was ist „Schlafen und Staunen“?

Ein Reiseblog über außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir wollen Deutschland und die Welt entdecken und an Orten übernachten, die einfach ganz besonders sind. – Ungewöhnlich, spektakulär und wunderschön!

„Schlafen und Staunen“ gibt es auch auf Facebook und Pinterest.

Rødvig: Im dänischen Kro

Rødvig: Im dänischen Kro

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Hell und schroff schimmert Stevns Klint in der Morgensonne. Schaumkrönchen tanzen auf den Wellen. Möwen sitzen auf dem hölzernen Badesteg, der über den steinigen Strand ein ganzes Stück weit ins Meer hinaus führt. Eine junge Frau wickelt sich in ihren Bademantel und läuft den Hang zum Hotel hinauf. – Morgenstimmung in Rødvig, einem kleinen Hafenort im Südosten der dänischen Ostseeinsel Seeland. Ziemlich genau eine Stunde von Kopenhagen entfernt. Nicht einmal 2000 Einwohner. Ein Schiffsmotorenmuseum. Eine Bahnlinie. Ein Kro. 

Die Leute in ihren flauschigen Bademänteln waren mir am Tag zuvor schon aufgefallen. Sie wechselten die Straßenseite. Und verschwanden. Wir hatten unser Auto auf dem kleinen Parkplatz am Hafen abgestellt. Gleich neben dem leuchtend weißen Feuersteinofen, dem Wahrzeichen des winzigen Ortes. Dann waren wir losgelaufen. Durch den Hafen mit den wenigen Cafés, einem Spielplatz, den vielen träge schaukelnden Yachten und einigen Stellplätzen für Wohnmobile. Weiter die schmalen Straßen und Gassen hinauf. Und wieder hinunter zum Parkplatz. Da sahen wir es: ein weißes, sehr altes Haus mit einem schlichten dunklen Holzanbau. Das Badehotel Rødvig Kro. Aus der Zeit gefallen. Gediegen. Still.

Blau, Grün, Weiß. Und ganz viel Sonne. Am Kro findet sich die perfekte Kombination aus Himmel und Meer, weißen Felsen und Hauswänden und einem grünen Park mit Traumsicht

Blau, Grün, Weiß. Und ganz viel Sonne. Am Kro findet sich die perfekte Kombination aus Himmel und Meer, weißen Felsen und Hauswänden und einem grünen Park mit Traumsicht

Die Kros haben Tradition in Dänemark. Einige dieser alten Häuser gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als der dänische König anordnete, dass an den Heer- und Handelswegen und den Fährhäfen kleine Gasthäuser entstehen sollten, damit Durchreisende Kost und Logis bekamen. Heute gibt es in ganz Dänemark mehr als 400 dieser Kros. Die meisten von ihnen an wunderschönen Orten, ein wenig abseits gelegen und fast immer sehr traditionell: von der Inneneinrichtung bis zum sehr persönlichen Service.

Zwischen den Zimmertüren hängen weiße Bademäntel für den schnellen Gang zum Meer

Zwischen den Zimmertüren hängen weiße Bademäntel für den schnellen Gang zum Meer

So wie im Rødvig Kro, der heute von Kathrine Hendriksen und Jonas Skaaning geleitet wird. Jonas Eltern hatten das Strandhotel 1990 gekauft und mit Hilfe der ganzen Familie zu dem gemacht, was es heute ist. Mit knarrenden Holzböden, alten Möbeln, Kaminen und Bücherregalen. Mit weißen Sprossenfenstern, getäfelten Wänden und einer inspirierenden Mischung aus alter und neuer Kunst an den Wänden.

Gegenüber liegt ein kleiner Park, über den es hinunter ans Meer geht. Und da treffen sie sich. In ihren weißen Bademänteln. Die Hotelgäste, die noch rasch vor dem Abendessen in die Ostsee springen wollen. So erfrischend. So klar. Und dann laufen sie wieder hinauf. Zum Rødvig Kro, wo überall an den Gängen zwischen den Zimmertüren Haken für die Bademäntel sind. Ein Griff – und schon geht es wieder hinaus. Zum Meer.

Familienfreundlicher Strandabschnitt mit großen und kleinen Steinen, aber immer auch mal einem Plätzchen mit feinem Sand – und vor allem: einem sanften, flachen Weg ins Wasser 

Familienfreundlicher Strandabschnitt mit großen und kleinen Steinen, aber immer auch mal einem Plätzchen mit feinem Sand – und vor allem: einem sanften, flachen Weg ins Wasser 

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Wir wollen auch dort sein. Eine Nacht. Mit dem Mantel vor der Tür. Unser Zimmer liegt unter dem Dach. Der Blick geht hinaus über die Häuser des Ortes. Dicke Balken. Eine Dusche in der Dachschräge. Ein großes Bett. Kleine Sessel. Sprossenfenster. Weiß getäfelte Wände. Wir laufen hinaus. Hinunter zum Strand. Kleine Felsen, ab und an Sand, dann wieder Steine. Ganz flach und sanft geht es hinein ins Meer. Und immer wieder zieht es den Blick zu Stevns Klint. Von Rødvig aus geht der Weg den rund 15 Kilometer langen Kalkfelsen entlang. Von Infotafel zu Infotafel. Von Aussicht zu Aussicht. Spektakuläre Blicke aufs Meer.

15 Kilometer lang ist der schroffe Küstenabschnitt von Stevns Klint, der von einem Wanderweg mit herrlichen Aussichts- und Infopunkten gesäumt wird

15 Kilometer lang ist der schroffe Küstenabschnitt von Stevns Klint, der von einem Wanderweg mit herrlichen Aussichts- und Infopunkten gesäumt wird

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Am Abend laufen wir den Strand entlang. Dann hinaus in Richtung Felsen. Durch kleine Gassen. An duftenden Fliederbüschen und bunten Bauerngärten vorbei. Geöffnete Fenster, durch die der Abendwind die Hitze des Tages vertreibt. Dann der Rückweg. Ein Essen im Hafen. Und der Ärger beim Duft, der durch die Räume von Rødvig Kro zieht. Herrlichste Essensdüfte. Ach, hätten wir doch bloß auch dort gegessen. Beim nächsten Mal, trösten wir uns. Und freuen uns aufs Frühstück. Ein kleines Büffet. Perfekt gekochte Frühstückseier. Brot, Wurst, Käse, frisches Obst… Dazu leise Klaviermusik. Und der Blick aus dem kleinen weißen Sprossenfenster: Leuchtend weiß schimmert Stevns Klint in der Morgensonne. Schaumkrönchen tanzen auf den Wellen…

 

Mehr Infos zu Rødvig Kro findet ihr hier

Für wen?
Für alle, die einen ruhigen, stilvollen Urlaub am Meer suchen. Auch für Familien geeignet, denn der Strand ist nah, im Stevns Klint gibt es viel zu entdecken und zwei Spielplätze gibt es außerdem. Eine Bahnlinie (hört man nicht) liegt hinter dem Hotel, aber ein Auto vor Ort macht dennoch Sinn. 

Was ist in der Nähe?
Kopenhagen ist nur eine Autostunde entfernt. Außerdem verbindet ein rund 20 Kilometer langer Pfad mit Infotafel die Orte Rødvig und Bøgeskov Hafen, immer entlang Stevns Klint. Nur eine knappe halbe Stunde entfernt liegt außerdem die kleine mittelalterliche Stadt Køge, unter anderem mit Mini-Stadt, beeindruckendem Hallenbad mit Kletterwand und 10-Meter-Sprungturm.

 

 

 

 

 

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