Ein Reiseblog über ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und außergewöhnliche Orte

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Was ist „Schlafen und Staunen“?

Ein Reiseblog über außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir wollen Deutschland und die Welt entdecken und an Orten übernachten, die einfach ganz besonders sind. – Ungewöhnlich, spektakulär und wunderschön!

„Schlafen und Staunen“ gibt es auch auf Facebook und Pinterest.

Schweden I (Schonen): Träume zwischen Apfelbäumen

Schweden I (Schonen): Träume zwischen Apfelbäumen

Ein versteckter Pfad führt in Vik am Meer entlang hinüber zum Hafen

Ein versteckter Pfad führt in Vik am Meer entlang hinüber zum Hafen

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Das Reich von Kommissar Wallander hatte ich mir anders vorgestellt. Düster. Freudlos. Aber dann dieses Licht. Ein Leuchten über dem Meer. Schaumkrönchen auf Glitzerwellen. Grüne Hügel. Waldseen. Bunte Bauerngärten. Fischerdörfer mit urigen weißen Häusern, schmalen Gassen und winzigen Häfen. So wie Vik. Ein Fischerdorf in Südschweden, in Skåne (Schonen). Es liegt an der Ostseeküste, zwischen Simrishamn und Kivik, in der Provinz Österlen. Ein Ort, in dem wir bleiben wollen. Die ersten vier Tage eines langen Schwedenurlaubs.

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Im Schritttempo fahren wir die schmalen Straßen entlang. Bergab und bergauf. Immer auf der Suche nach einem Erwachsenen, der uns sagen kann, ob es überhaupt irgendwo ein Hotel, eine kleine Pension oder ein Ferienhaus gibt. Doch es scheint ein Dorf der Kinder zu sein. Ein Junge fährt lachend auf einem Fahrrad an uns vorbei und zieht drei seiner Freunde in einem hölzernen Anhänger hinter sich her.

Der Parkplatz am Hafen ist leer. Fast. Am Rand steht ein ordentlich geparktes rotes Dreirad. Dann sehen wir auch die Erwachsenen. Sie treffen sich am Wasser. Baden im Meer. Lassen den warmen Sommertag gemeinsam ausklingen. Reden. Lachen. An hölzernen Stegen, kleinen Stränden und schaukelnden Booten. Ob es im Ort ein Zimmer für uns gibt, wollen wir wissen. Und stoßen auf eine unglaubliche Offenheit und Freundlichkeit. Man berät sich, fragt herum. Dann sagt eine Frau, ihre Schwester, die vermiete neuerdings eine Wohnung. Oben. Zwischen den Apfelbäumen. Da wolle sie fragen.

Oben. Zwischen den Apfelbäumen. Unser Blick von der Terrasse

Oben. Zwischen den Apfelbäumen. Unser Blick von der Terrasse

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Die Ferienwohnung von Git und Laif ist frei für uns. Und sogar zu Fuß gar nicht weit vom kleinen Hafen entfernt. Eine herzliche Begrüßung und der Blick in hunderte von kleinen Apfelbäumen. Eine Holztreppe führt uns hinauf zu einer großen Terrasse mit Tisch und Stühlen. Ganz für uns allein. Von dort aus geht es in die Wohnung: kleiner Flur, links ein großes Duschbad mit Waschmaschine, rechts ein gemütliches Schlafzimmer. Geradeaus der riesige Wohnraum. Groß und offen. Mit einer langen Küchenzeile, einem riesigen hölzernen Esstisch mit Stühlen darum und einem Blick durch ein Panoramafenster, der über die Apfelbäume direkt aufs Meer geht. Außerdem ein Schlafsofa, eine Sitzecke und eine antike Anrichte. Eine schmale Stiege führt in den offenen Dachboden hinauf, in dem es eine weitere Schlafgelegenheit mit zwei Betten gibt.

Wir sind angekommen. Ein schönes Gefühl. Unten im Garten testen mein Mann und unsere Tochter gerade die Schaukel. „Die dürft ihr gerne nutzen“, erklärt uns Leif, der daneben steht und an einem Fahrrad herumschraubt. „Hier, guck mal, passt das jetzt?“, fragt er zu unsere Tochter, die vorsichtig das etwas große Jungenfahrrad testet und gleich von Leif einen Helm in die Hand gedrückt bekommt. Für uns stehen ebenfalls Fahrräder bereit. „Ihr müsst euch noch die Hühner angucken“, sagt Git und läuft zwischen den Apfelbäumen hindurch zu einem großen Gewächshaus mit einem Hühnergehege daneben und erklärt uns, welche Küchenabfälle wir zu den Tieren hineinwerfen können. Füttern ist ausdrücklich erlaubt.

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Am Abend sitzen wir auf der Terrasse und blicken aufs Meer. Ein Sonnenuntergang, der jeden Abend anders aussieht. Mal sanft schimmernd. Mal kräftig leuchtend. Vier Tage, die wir zwischen Meer und Waldsee verbringen. Denn zwischen den Hügeln, Wäldern und dem Meer liegen Seen. Sauber und klar. Einer sogar mit Kinderstrand, Badestegen und Umkleidekabinen. Jeden Tag sind wir dort. Baden, sonnen und spielen. Auf dem Weg zum See liegt ein Naturschutzgebiet. Ein riesiger Wald, durch den man wandern und herumstreifen kann. Und abends dann wieder die Terrasse. Das Meer. Und die untergehende Sonne.

Mehr Infos zur Wohnung von Git und Leif findet ihr hier und hier!

Für wen?
Für große und kleine Schwedenfans, die keinen Trubel brauchen und gerne in der Natur sind, Hühner füttern, draußen spielen, die Sonne genießen und im Meer oder im See baden wollen. 

Was ist in der Nähe?
Der Stenshuvud Nationalpark, gleich zwischen Vik und dem romantischen Fischerdorf Kivik mit seiner bekannten Mosterei. Außerdem führt der insgesamt fast 300 Kilometer lange (Rad)Wanderweg Sydostleden durch Vik.

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Wer den perfekten Badesee für Familien sucht, muss nur kurz hinter Vik ins Inland hinein fahren und findet dort den See Gyllobosjön (bei Skräddaröd) mit Strand, Badesteg, WC, Umkleidekabine und einem Parkplatz, auf dem auch Wohnwagen und Wohnmobile Platz haben.

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