Ein Reiseblog über ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten und außergewöhnliche Orte

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Was ist „Schlafen und Staunen“?

Ein Reiseblog über außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten. Wir wollen Deutschland und die Welt entdecken und an Orten übernachten, die einfach ganz besonders sind. – Ungewöhnlich, spektakulär und wunderschön!

„Schlafen und Staunen“ gibt es auch auf Facebook und Pinterest.

Münsterland: Ein Zelt auf dem Bauernhof

Münsterland: Ein Zelt auf dem Bauernhof

Wanda liebt Dreck - und den Duft von Kamille

Wanda liebt Dreck - und den Duft von Kamille

Wanda findet die ganze Sache cool. Hauptsache sie darf da liegen. Zwischen der Kamille. Die duftet so schön. Außerdem kann sie da wunderbar ihre Schweineschnauze im Dreck reiben. Und ab und an genüsslich grunzen. Wanda ist das Empfangsschwein auf dem Kinderbauernhof Wigger im westfälischen Greven. Ihr Häuschen hat sie mitten auf dem Hof. Von dort aus begrüßt sie die Gäste, die auf dem Hof ihre Ferien verbringen.
 

Gäste kommen viele. Schulklassen, die einen Tag auf dem Land verbringen möchten. Geburtstagskinder jeden Alters, die bei Wiggers auf dem Hof ihre Party feiern. Familien, die Urlaub in den Ferienwohnungen machen. Und solche wie wir: die einfach mal ungewöhnlich übernachten möchten. Auf dem Bauernhof gibt es dafür gleich zwei Möglichkeiten: das Heuhotel mit dicken Ballen und angrenzenden Waschräumen oder ein Zelt, direkt gegenüber auf der Wiese.

Unser Freiluft-Zuhause auf der grünen Wiese

Unser Freiluft-Zuhause auf der grünen Wiese

Wir entscheiden uns für die härtere, aber weniger pieksende Variante: zwei Nächte in unserem eigenen Zelt: Unser kleines grünes Kuppeldach-Zelt steht. Iso-Matten und Schlafsäcke sind ausgerollt. Wir decken den Abendbrottisch unter freiem Himmel. Wiggers haben uns Tisch und Stühle auf die Wiese gestellt. Die Sonne brennt. Unsere Tochter packt ihre blaue Luftmatratze aus, richtet sich darauf eine Spielecke ein und geht dann auf Entdeckungstour zu Wanda und ihrem Team: Esel, Ziegen, niedlichen Kaninchen, kuscheligen Meerschweinchen und natürlich: Ponys!

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Vor dem Ritt am Abend müssen wir noch baden – im kühlen Mais. Wiggers haben im hinteren Bereich der Spielscheune zehn Tonnen Maiskörner in ein riesiges Becken kippen lassen. Darin können große und kleine Gäste eintauchen. Das fühlt sich gut an. Staubig, kribbelig und an einem heißen Sommertag so richtig erfrischend.

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Auf dem Hof gibt es außerdem ein Sandspielhaus, ein Trampolin, den  großen Bolzplatz, einen Reitplatz, Tischtennis, eine Spielscheune mit Riesen-Bausteinen, Kicker und Schach, einen Heuspielplatz mit Heurutsche und Kletterwänden und draußen jede Menge Kettcars.

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Müde vom Toben fallen wir auf unsere Isomatten. Und schlafen. Bis uns am frühen Morgen Vogelgezwitscher weckt. Ich taste mich aus dem Zelt und brühe Instantkaffee in der Gemeinschaftsküche auf. Danach sitze ich noch eine Zeitlang alleine auf der riesigen Wiese und schaue dem Esel beim Grasen zu, bevor es im Zelt munter wird und Wiggers die kleinen Hofgäste zum Füttern der Tiere mitnehmen, denn das ist ihnen wichtig, sagen sie, „dass die Kinder lernen, gut mit den Tieren umzugehen. Viele haben anfangs gar keine Beziehung zur Natur.“ 

Bei vielen müsse man inzwischen richtiggehend Aufbauarbeit leisten: „Es gibt wirklich Kinder, die denken, die braunen Kühe gäben Kakao. Kein Witz!  Letztens stand ein Junge vor einem Esel, der laut ‚Iah‘ schrie und dachte trotzdem, es sei eine Ziege.“ Familie Wigger findet das bedenklich und hat sich deshalb das Ziel gesetzt, Kindern und Erwachsenen auf dem Hof zu zeigen, wie schön die Natur und wie wichtig der respektvolle Umgang mit deren Lebewesen ist. Neben dem Füttern und Pflegen gehört deshalb auch dazu, dass kleine Reiter ihre Ponys gemeinsam von der Koppel holen, sie putzen und streicheln, bevor es in den Sattel geht.

Ein wenig wehmütig packen wir am nächsten Tag unsere Sachen, verabschieden uns von Menschen und Tieren und setzen unsere Tour fort. – Wie es dann weiterging und noch mehr über den Kinderbauernhof, lest ihr in Im Fass und unter Sternen.

 

Für wen?

Ein idealer Ort für Familien. Da der Hof in der Nähe der A1 liegt, ist er auch ideal für Zwischenübernachtungen auf längeren Urlaubsreisen.

 

Was ist in der Nähe?

Die Stadt Münster mit all ihren Schönheiten. Perfekt für Familien: der Allwetterzoo mit dem Westfälischen Pferdemuseum, das Mühlenhof-Freilichtmuseum, außerdem das Planetarium und natürlich der Aasee mit Aaseepark und tollen Bootstouren. Perfekt für große und kleine Kulturinteressierte: die historische Innenstadt, unter anderem mit Stadtmuseum und Kunstmuseum Pablo Picasso, mit Prinzipalmarkt, St.-Paulus-Dom und dem Krameramtshaus.

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